Führen und Verantwortung
Inspiriert von einem Artikel in der FAZ vom 15.11.2010 folgender Gedanke:
Verantwortung findet immer im Rahmen der Ungewissheit statt.
Das heißt, eine Führungskraft muss bereit sein Verantwortung für Entwicklungen zu übernehmen, die nicht gewiss sind. Als Führungskraft bin ich Macher - aber auch „Gemachter". Jede Entscheidung, jede Handlung gibt letztlich nur einen Impuls in das „System". Die daraus resultierenden Folgen sind im besten Fall kurzfristig abzuschätzen. Mittel- und langfristig lässt sich Entwicklung nicht planen.
Was bedeutet das für die Verantwortung?
Oder drastisch überspitzt gefragt: Bin ich bereit, meinen „Kopf" zu riskieren, meinen „Kopf" hinzuhalten - gerade auch dann, wenn meine (hoffentlich wohlüberlegten) Entscheidungen zu unerwünschten Ergebnissen führen? Bin ich bereit, als Führungskraft Verantwortung für die Mitarbeiter und die Organisation zu übernehmen, auch wenn ich mir bewusst bin, dass mein Einflussbereich beschränkt ist?
Wer Verantwortung übernimmt, sollte neben der Fach- und Führungskompetenz die Charaktereigenschaften Mut und Standhaftigkeit entwickeln.
„Ich kann nichts dafür, ich muss mir nichts vorwerfen, andere haben die Verantwortung" mag in bestimmten Situationen sogar faktisch richtig sein - aber als Führungskraft, als Vor-stand hilft so eine Aussage nicht wirklich weiter. „Geführte" erwarten von einer Führungskraft etwas anderes.
Dem Idealbild einer Führungskraft entspricht, wer kompetent und mutig vorangeht und bereit ist, persönlich geradezustehen - und dabei das menschliche Augenmaß nicht verliert.
23.11.2010 | Rubrik:
